Synchron Stage Vienna
Synchron Stage Vienna
Die alte Synchronhalle am Gelände der ehemaligen Rosenhügelstudios
Die alte Synchronhalle am Gelände der ehemaligen Rosenhügelstudios
Karl Dragan von S&P, Stage Manager Roland Tscherne, S&P-Geschäftsführer Gerald Schönbichler und Mario Anibas Sales Engineer Eaton
K. Dragan -S&P, Stage Manager R. Tscherne, S&P-Geschäftsführer G. Schönbichler und M. Anibas Sales Engineer Eaton

Stille ja, Funkstille nein

Eatons xComfort-System darf dazwischenfunken, wenn Filmmusikaufnahmen für Hollywood im Gange sind

Es gibt zwei Dinge, die sich laut Stage Manager Roland Tscherne überhaupt nicht miteinander vertragen: Tonstudios und Lärm. Und in der seit 2016 für hochkarätige Musikaufnahmen in Betrieb befindlichen Synchron Stage Vienna gelten bereits ein dezentes Magenknurren oder das Hin- und Herschieben eines Geigendämpfers als inakzeptabel laute Störenfriede. Demnach hatte sich auch die benötigte Gebäudetechnik möglichst ruhig und unauffällig zu verhalten: Sie durfte weder optisch noch akustisch „ungeliebte“ Spuren hinterlassen, sollte aber ein Maximum an Flexibilität bieten.

Einzigartige Akustik
Eigentlich war die alte Synchronhalle am Gelände der ehemaligen Rosenhügelstudios bereits vom Abriss bedroht. Sie stammt noch aus der Nazi-Zeit. Joseph Goebbels wollte Wien damals als dritte Filmhochburg neben München und Berlin etablieren. Geld spielte dabei eine eher untergeordnete Rolle. Ein Umstand, der für die Synchron Stage Vienna heute ein Alleinstellungsmerkmal darstellt. Denn so eine Haus-im-Haus-Konstruktion, bei der es um Schallbrücken zu vermeiden keine einzige starre Verbindung zwischen den beiden Gebäuden gibt, wäre mittlerweile gar nicht mehr leistbar. „In der großen Halle, der Stage A, haben wir bei laufender Lüftung einen Ruhepegel von 18 Dezibel. Das ist nicht einmal nichts. Da hört man sogar den eigenen Herzschlag“, vergleicht Stage Manager Roland Tscherne. Für die eingesetzte Gebäudetechnik bedeutet dieses Verlangen nach absoluter Stille rund um das laufende Aufnahme-Geschehen: Sie hat sich möglichst ruhig zu verhalten. „Deshalb wurde in besonders geräuschsensitiven Zonen sogar auf Dimmaktoren zurückgegriffen, um ein lautloses Schalten zu garantieren“, verrät S&P-Geschäftsführer Gerald Schönbichler.
Warum kompliziert, wenn’s auch einfach geht
Weitere kleine „Tricks“ mit großer Wirkung wandte der erfahrene Eaton- und xComfort-Partner der ersten Stunde in den beiden Regieräumen, in den Editor- Suiten sowie im großen Aufnahmesaal an: In den beiden „Kommandozentralen“ der Synchron Stage Vienna mit den meterlangen Mischpults und anderem Raumschiff Enterprise-ähnlichen Hightech- Equipment drin wurden bei den zentralen Ein-/Aus-Schaltern ausgeklügelte Hochfahr- Routinen mitprogrammiert, um zu hohe Anlaufströme durch ein leicht zeitversetztes Starten der einzelnen Systeme zu vermeiden. An weiteren Arbeitsplätzen, die zum Erstellen, Bearbeiten und Schneiden von Tonspuren bereit stehen, wurden die Platzierungsfehler eines anderen Elektrikers kurzerhand mit zusätzlichen, an die gewünschten Stellen geklebten Lichtschaltern ausgemerzt. Und nicht mehr als zwei Aktoren plus ein bisschen Programmieraufwand brauchte es letzten Endes auch, um die Beschallungsanlage bei der Stage A genau so tun zu lassen, wie von Roland Tscherne gewünscht: Dass nämlich die beiden in der Raummitte drapierten Subwoofer vollautomatisch gemeinsam mit der am hinteren Ende des Saals montierten LED-Videowand in die Gänge kommen, sobald der entsprechende Tastendruck oder besser gesagt der entsprechende Touch am Smartphone erfolgt. Denn oftmals regelt der Stage Manger die einzelnen xComfort-Komponenten ganz einfach per App. „Das Handy als zentrale Fernbedienung für die Ansteuerung der verschiedenen Beleuchtungs- und Steckdosenkreise ist überaus praktisch. Da reicht beispielsweise ein Klick auf Boden-Schuko und schon sind nach Beendigung einer Session alle Pultlichter in der Aufnahmehalle abgedreht“, freut sich Roland Tscherne.
... oftmals regelt der Stage Manger die einzelnen xComfort- Komponenten ganz einfach per App.
Weitere Zusammenarbeit geplant
Derzeit wird von der Synchron Stage Vienna nur ein ziemlich kleines Spektrum der prinzipiell vorhandenen xComfort-Fähigkeiten genutzt: Es gibt zwar in sämtlichen Räumlichkeiten einen an seiner roten Farbe sofort erkennbaren, sogenannten „Big-Boss-Schalter“, der alle Lichter im jeweiligen Bereich zentral ein- und ausschaltet. Und es wurde das gesamte Haus so vernetzt, dass jede Leuchte von überall aus ansteuerbar ist – trotzdem ginge mit der bestehenden Kombination aus einem Smart Home Controller mit 50 Schaltaktoren, 18 Dimmaktoren, zwei ECIs, zwei Binäreingängen und um die 40 Taster weitaus mehr als bis dato genutzt wird. Obwohl mit der Inbetriebnahme des zweiten, kleineren Regieraums die Herrschaft über das Rotlicht neu zu regeln war. „Einerseits kamen jede Menge zusätzlicher Rotlicht-Anzeigen in den Gangbereichen hinzu, andererseits war eine vermehrte Flexibilität gefragt, weil jede Regie je nach Bedarf mit Stage A oder B, mit beiden Hallen gleichzeitig oder nur für sich arbeiten kann“, erklärt S&P-Geschäftsführer Gerald Schönbichler. Eine kleine „Fleißaufgabe“ für den Smart Home Controller – eine umfassende Temperatur- und Feuchteüberwachung – könnte demnächst ebenfalls spruchreif werden. Denn eines ist für Stage Manager Roland Tscherne gewiss: Nachdem die bisherige Zusammenarbeit mit dem xComfort-Kompetenzpartner S&P dermaßen gut klappte, werde man diese in Zukunft sicher weiter ausbauen. Ideen gibt es viele – nicht zuletzt deshalb, weil Filmmusikproduzenten aus Hollywood „einigermaßen“ anspruchsvoll sind.

Es dauert lediglich den Bruchteil einer Sekunde bis das „Record“-Signal mittels Funk vom Regie-Raum in die Stage A übertragen wird.
Hollywoodreife Performance
Früher waren in der im 23. Wiener Gemeindebezirk angesiedelten Synchronhalle u. a. Publikumslieblinge wie Romy Schneider oder Hans Moser für Filmaufnahmen zu Gast, heute geht hier sogar Hollywood ein und aus. Kein Wunder: Herbert Tucmandl und sein insgesamt rund 30 Mann starkes, hochkompetentes Team haben ein ultramodernes High-End-Studio geschaffen, dem vom Fleck weg der Sprung unter die Top Five der Welt gelang. Musikaufnahmen für die Verfilmung von Dan Browns „Inferno“ (Musik: Hans Zimmer) gingen hier bereits genauso über die Bühne wie symphonisch und mit großem Orchester angelegte Einspielungen für die Netflix-Serie „The Crown“ bzw. für diverse Werbespots. Die ersten Aufnahmen fanden im Oktober 2015 unter der Leitung des renommierten Komponisten, Orchestrators und Dirigenten Conrad Pope statt. Als Aufnahmeleiter saß damals Grammy Award-Gewinner Dennis S. Sands an den Reglern. Und der international gefragte, amerikanische Tontechniker, der sich auch schon einige Oscar- Nominierungen auf seine Fahnen heften darf, war voll des Lobes für die nunmehrige Synchron Stage Vienna: „Da wurde wirklich eine Einrichtung von Weltformat geschaffen. Der Sound ist großartig hier“, schwärmt er. Ein schöneres Kompliment könnte es für Herbert Tucmandl und seine „We can arrange that!-Crew“ wohl gar nicht geben.

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